Warum Lüftungsanlagen bald energetisch unausweichlich sind
Durch die immer strengeren Energieeffizienzanforderungen im Neubau und in der Bestandssanierung wird es heute schon schwer ohne Lüftungsanlagen auszukommen. In der nahen Zukunft wird der Einsatz von Lüftungsanlagen Standard sein.
Warum ist das so?
Bemühen wir das Sinnbild des löchrigen Eimers für unser Beispielgebäude, so bedeutet dies, dass am Bauwerk verschiedene Verluste (“Löcher”) auftreten. Im Zuge der ansteigenden Energieeffizienzanforderungen müssen diese “Löcher” immer kleiner gemacht werden. Wie beim Eimer, wird unser Gebäude nur deutlich effizienter, wenn wir alle Löcher stopfen.
Welche Löcher hat unser Gebäude?
Gruppe 1: Transmissionswärmeverluste
- Wärmedurchgang (Transmission) durch Wandflächen
- Wärmedurchgang durch Dachflächen
- Wärmedurchgang durch Decken
- Wärmedurchgang durch Fenster und Türen
- Wärmedurchgang durch Wärmebrücken
Gruppe 2: Haustechnik
- Verluste der Heizwärmeerzeugung und –verteilung
- Verluste bei der Warmwassererzeugung und –verteilung
Gruppe 3: Lüftung
- Verluste durch die Lüftung des Gebäudes
Mittlerweile sind die Wärmedurchgänge durch die verschiedenen Bauteile per Energieeinsparverordnung schon weitreichend unterbunden. Diese Löcher sind schon recht klein.
Im Zuge der nächsten Novelle des Energieeinspargesetzes (EnEV) müssen planungsseitig weitere Energieeinsparpotentiale erschlossen werden. Bei den Außenbauteilen bleibt im Grunde genommen auch nur noch der Schritt zur Passivhaus-Qualität.
Diese Verluste machen aber auch nur noch knapp ein Drittel bis zur Hälfte der Verluste aus. Der Rest der Verluste steckt überwiegend in den Lüftungswärmeverlusten und nur in recht geringerem Maße im Warmwasser und dort vor allem in der Verteilung. Warum also mehr dämmen und wenig mehr Energie zu sparen, wenn an anderer Stelle die Wärme in Größenordnungen hinaus”pfeift”?
Eimer hat nicht nur Löcher – sondern auch Wasserhähne !
Bei allem warnen sei aber auch gesagt, dass unser bildlicher “Eimer” nicht nur Löcher hat, sondern erstaunlicherweise auch zwei eingebaute Wasserhähne.
- Zum einen gibt es da die Gewinne durch die Sonne, die durch die Fenster uns Wärme schenkt,
- zum anderen die Wärme, die durch Menschen und Geräte abgegeben wird.
Leider lassen sich diese zwei Quellen nur bedingt vergrößern bzw. werden diese auch schnell überschätzt. Aber je kleiner die “Löcher” werden, um so wichtiger werden diese Quellen. Man vergrößert deren Beiträge prozentual.
Sind die Löcher einschließlich der Lüftungswärmeverluste auf das technisch machbare verkleinert, bilden die internen Wärmegewinne und die solaren Gewinne bedeutende Beiträge zur Erhaltung des thermischen Gleichgewichtszustandes des Gebäudes.
Fazit:
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann bei richtiger Auslegung und Auswahl der Komponenten helfen, die eingekaufte und auch die geschenkte Wärme besser auszunutzen.
Um eine ausgewogene Energiebilanz bei gestiegenen Effizienzanforderungen zu gewährleisten, ist eine Lüftungsstrategie mit dem Ziel der Reduktion der Lüftungswärme-verluste bei gleichzeitiger Gewährleistung einer hygienischen Frischluftversorgung im Fokus zukunftsorientierter Planer.
Wenn Sie beabsichtigen einen Neubau zu errichten oder energetisch sanieren wollen, fragen Sie uns und besprechen Sie mit uns ihre Vorstellungen und möglicherweise auch Ihre Bedenken hinsichtlich einer Lüftungsanlage.
UL