Kraft-Wärme-Kopplung optimal genutzt
Moderne Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK) -Einheiten auch bekannt als BHKW (Block-Heiz-Kraftwerk) stehen bei entsprechenden Randbedingungen und kluger Auslegung für ein sich lohnendes Investment im Bereich der Energietechnik. Kein anderes Heizsystem besitzt die Eigenschaft sich deutlich innerhalb seiner Lebensdauer zu amortisieren.
Die KWK nutzt elegant die Abwärme eines Antriebsprozesses (Motor) der mittels eines Generators Strom produziert und speist mit dieser Abwärme Heizung und Warmwasser-erzeugung.
Darüber hinaus bilden KWK-Einheiten über Deutschland verstreute kleine dezentrale Kraftwerke, die wichtig bei der Zukunft der deutschen Stromversorgung sein werden. Die Bundesregierung hat dies schon seit längerem erkannt und fördert dies über die Einspeisevergütung im Rahmen des EEG hinaus z.T. durch eine KWK-Stromvergütung und durch eine Energiesteuer-Rückerstattung. Diese Art der Anlagen werden ein wichtiger Bestandteil der Energiewende sein und stellen eine wirtschaftliche Form für viele Bürger dar, aktiv mitzuwirken und gleichzeitig davon zu profitieren.
Bei dieser Technologie sprechen wir nicht von einer reinen Amortisation durch Energieeinsparung wie etwa beim Wechsel von einem alten Standardkessel auf einen effizienteren Brennwertkessel. Für sich genommen entstehen bei einem normalen Kessel nur Kosten; für die Anschaffung und ggf. deren Finanzierung, die Wartung und Reparatur und natürlich für den Brennstoff, aber kein Return. Nicht so bei der KWK.
Nicht nur eine Heizung, sondern eine
lohnende Geldanlage.
Eine KWK-Anlage verdient durch die Produktion des Stroms und dessen Verkauf von Anfang an Geld. Unter Berücksichtigung der deutlich höheren Kosten für ein BHKW und selbst nach Zuzug der Kosten für Wartung und Reparatur ist der Break-Even des Investments mitunter schon nach 3 bis 5 Jahren erreicht. Ab diesem Zeitpunkt fällt bildlich gesprochen Geld aus der Anlage. Dies resultiert aus dem Verkauf des Strom einerseits aber auch aus günstigen Förderungen.
Günstig für einen wirtschaftlichen Betrieb einer KWK ist eine möglichst lange Laufzeit der Anlage und ein möglichst großer Anteil an eigengenutzem Strom. Je länger und gleichmäßiger die Anlage pro Jahr läuft, umso schneller kann sie mit dem dabei produzierten und verkauften Strom ihre Anschaffung wett machen.
Um dies zu erreichen sind grundsätzlich folgende Dinge wichtig:
- Anlage nicht zu groß auslegen – Ist die Anlage zu groß, bleibt sie öfter stehen und kann währenddessen kein Geld verdienen, darüber hinaus hat sie wahrscheinlich auch mehr gekostet. Auch hier gilt: Viel hilft nicht immer viel! Wie groß soll es aber sein? – Im Verlauf eines Jahres wird natürlich im Winter viel Wärme benötigt und im Sommer wenig, wobei in der warmen Jahreszeit fast ausschließlich Trinkwarm-wasser erzeugt wird. Es entsteht im Sommer ein Sockel an zu deckender Wärme. Dieser Sockel sollte durch die KWK abgedeckt werden, da dieser Bedarf ganzjährig vorliegt und so eine lange Laufzeit garantiert. Der Restbedarf wird durch einen Spitzenlastkessel abgedeckt.
- Je mehr Warmwasser gebraucht und produziert wird umso
besser – Der eben beschriebene Sockel entscheidet also durch seine Größe bzw. seine Höhe über das schnelle Erreichen des Break-Even und dadurch auch über die Wirtschaftlichkeit des Investments. Was kann man tun, um den Sockel größer zu machen? – Man sollte alles was Trinkwarmwasser benötigt an die Heizungsanlage anschließen. Gerade Wasch- und Spülmaschine sind da zu nennen. Moderne Maschinen verfügen über einen Warmwasseranschluss. In Pflegeheimen ist gerade die Küche zu nennen und dabei auch die Befüllung der Warmhaltewagen. Ganz nebenbei tritt dabei auch der Effekt ein, daß die KWK nicht nur das warme Wasser produziert, sondern auch gleichzeitig den Strom für das Gerät – eine Win-Win Situation. - Regelung der Anlage: Die Anlage sollte von Firmen in Betrieb genommen werden, die die Regelung der einzelnen Komponenten der Heizungsanlage optimal auf einen energiesparenden und förderungsfreundlichen Einsatz einstellen.
Kraft-Wärme-Kopplung als elegante
Lösung im Gesetzesdschungel
Über die Wirtschaftlichkeit hinaus bietet die Kraft-Wärme-Kopplung gerade beim Bau von Pflegeheimen die beste Methode der Erfüllung gesetzlicher Forderungen aus dem Bereich der Energieeinsparung und des Einsatzes Erneuerbarer Energien, allem voran der Energieeinsparverordnung und des ErneuerbareEnergienWärme-Gesetzes (EEWärmeG) Das EEWärmeG verpflichtet den Betreiber/Eigentümer eines Gebäudes dazu, einen bestimmten Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtwärmebedarf durch Erneuerbare Energien zu decken. Grundsätzlich fordert das Gesetz die Nutzung der Sonne in Form Solarthermischer Anlagen (Sonnenkollektoren). Die KWK stellt aber im Rahmen des Gesetzes einen gangbaren und doppelt sinnvollen Weg dar diese Anforderung mit Bravour zu erfüllen.
Zum einen wirkt sie sich günstig auf die Energiebilanz im Rahmen des Nachweises nach der Energieeinsparverordnung aus und eröffnet dadurch den Weg hin zum Erreichen des KFW70-Standards, zum anderen kann die KWK auch hier durch Ihre Eigenschaft des finanziellen Returns punkten. Man kann dann darauf verzichten Solarthermie zu installieren, die im Sommer überdimensioniert ist und im Winter nur geringen Ertrag bringt.
Bei alle dem ist so eine Anlage überraschend klein – nicht viel größer als ein stehender Gas- oder Ölkessel – und zudem für einen Motor leise, wobei sie trotzdem in einem separaten Heizraum unterzubringen ist.
Fazit
Üblicherweise frisst die Heizung Geld und gibt dafür Wärme. Der Nutzer einer KWK-Anlage bzw. der Betreiber einer Immobilie kann aber tatsächlich aus einer Situation heraus, die er ohnehin tun muss, nämlich das Gebäude beheizen, Warmwasser bereitstellen und gesetzliche Forderungen erfüllen, einen finanziellen Nutzen ziehen.
Wer würde sich nicht freuen, wenn sich der Stromzähler einmal für seinen Geldbeutel dreht?
(Text: Ulrich Lippmann)